Goldene Tellerränder 2015

Die alternative Filmpreis-Verleihung als Gegenveranstaltung zu den Oscars & Co.

Dieses Jahr habe ich beim „Der Filmtipp Award“ als Juror mitgemacht. Mir gefiel das Konzept, eine alternative Oscar-Veranstaltung zu machen, in dem Filme mit Oscar-Kategorien ausgezeichnet werden, aber sich das Nominiertenfeld aus allen Filmen, die 2015 ins deutsche Kino gekommen sind, speist.

Favorit sämtlicher Community-Awards: „Mad Max — Fury Road“

Und man muss sagen, die Sache lief fair, transparent, gut organisiert und sympathisch ab. Lob von meiner Seite.
Allerdings hat sich für mich leider bestätigt, was ich von Anfang an prophezeit habe: Dass sich diese alternative Oscar-Verleihung anderen Community-Awards ähneln wird wie ein Ei dem anderen. Der Grund dafür ist der, dass die Votes hierfür rein quantitativ ausgewertet werden. D.h. es gewinnen im Großen und Ganzen am Ende immer die Filme, die von den meisten gesehen wurden. Selbst, wenn diese wirklich die besten wären, ist das unfair gegenüber Filmkunst, die wenige Menschen gesehen haben. Und dass Filme, die niemand gesehen hat, auch zurecht von niemandem angesehen werden, ist eine populäre Meinung, die ich vehement ablehne.

Was sollte man also (wenn überhaupt) stattdessen machen? Man müsste ein Vote-System nutzen, das die qualitative Bewertung miteinbezieht. Mir hat das Wertungssystem des leider mittlerweile beinahe verstorbenen Filmtiefen-Forums bei ihrer Bester-Film-aller-Zeiten-Wahl gefallen: Zunächst gab es eine Nominierungsphase, in der jeder seine Vorschläge einreichen kann. Genau wie bei herkömmlichen Community-Awards. In der zweiten Phase aber wurde nicht quantitativ durch Anhäufung von Stimmen, sondern durch eine errechnete Durchschnittswertung das Ergebnis ermittelt. So konnte ein Film mit fünf Stimmen gegen einen mit 30 Stimmen konkurrieren. Und so war es möglich, dass ein interessanter (und keinesfalls schwachsinniger!) erster Platz, „Irreversibel“ von Gaspar Noé, möglich wurde und gleichzeitig einige Kanonfilme wie „Der Pate“ oder „Clockwork Orange“ sehr weit oben waren. Bei Moviepilot.de sind die interessantesten Community-Auswertungen auch immer die „bestbewertesten Filme des Monats“, weil hier Quantität von Stimmen nebensächlich ist.

Mit einem ausgefeilteren Wertungssystem war es möglich, dass „the most walked out film 2002“ „Irreversibel“ zum besten Film aller Zeiten gewählt wurde.

Und wenn jemand ein Problem damit hat, dass ein Film gewinnt, den er nicht kennt, dann soll er ihn anschauen. Womit wir bei einem positiven Nebeneffekt wären, der bei solchen Veranstaltungen ohnehin bisher zu kurz kommt: Dass man neue Filme entdeckt und zu Diskussionen über deren Qualität angeregt wird, anstatt alles blind als supertoll abzunicken.

Ich präsentiere nun eine kleine, persönliche Blödelei. Die Verleihung der Goldenen Tellerränder. Als Gegenveranstaltung zu den Oscars als auch den für meinen Geschmack zu beliebigen Community-Awards. Im Prinzip sind das auch die jeweiligen Votes, die ich für den Filmtipp-Award eingereicht habe.

Bei den Goldenen Tellerrändern geht es weniger um technische Höchstleistungen, weil ich — ebenso wie jeder andere Otto-Normal-Filmblogger — davon eigentlich relativ wenig Ahnung habe. Stattdessen geht es darum, was für spannende Effekte durch Bedienung der jeweiligen filmhandwerklichen Disziplin erzeugt werden. Hier steht Funktionalität und Innovation im Fokus. Dabei werden, wie der Titel schon andeutet, wirklich alle (von mir gesehenen) Filme des Kinojahres 2015 in den Blick genommen (siehe unten). Damit man auch mal über den Tellerrand schauen kann und dort vielleicht etwas Wunderbares entdecken kann. Let’s go.

Bestes Make-up und beste Frisuren:
„Mad Max — Fury Road“
„Ich seh, ich seh“
„Ewige Jugend“
„Hard To Be A God“
„Tokyo Tribe“

And the winner is:
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Bestes Szenenbild:
„Hard To Be A God“
„Die Maisinsel“
„Mad Max — Fury Road“
„Ich seh, ich seh“
„Ewige Jugend“

And the winner is:
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Bestes Kostümdesign:
„Mad Max — Fury Road“
„Hard To Be A God“
„Lost River“
„Amour Fou“
„Tokyo Tribe“

And the winner is:
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Beste Filmmusik:
„Als wir träumten“
„Eden“
„Bande de filles“
„The Duke Of Burgundy“
„Tokyo Tribe“

And the winner is:
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Bester Ton:
„Hard To Be A God“
„The Tribe“
„Whiplash“
„Mad Max — Fury Road“
„Tokyo Tribe“

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Bester Tonschnitt:
„Eden“
„Ewige Jugend“
„The Duke Of Burgundy“
„Güeros“
„Tokyo Tribe“

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Beste visuelle Effekte:
„Mad Max — Fury Road“
„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“
„Ex Machina“
„Jurassic World“
„The Duke Of Burgundy“

And the winner is:
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Bester Schnitt:
„Hard To Be A God“
„Inherent Vice“
„Still The Water“
„The Duke Of Burgundy“
„Mad Max — Fury Road“

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Bester Dokumentarfilm:
„The Look Of Silence“
„Cartel Land“
„Taxi Teheran“

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Bester englischsprachiger Film:
„Mad Max — Fury Road“
„Ex Machina“
„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“
„Victoria“
„45 Years“

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Bestes adaptiertes Drehbuch:
„Dancing Arabs — Mein Herz tanzt“
„Als wir träumten“
„45 Years“
„Unsere kleine Schwester“
„Hard To Be A God“

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Bestes Originaldrehbuch:
„Ex Machina“
„Leviathan“
„Manuscripts Don’t Burn“
„Stockholm“
„Bande De Filles“

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Beste Kamera:
„Hard To Be A God“
„Victoria“
„Die Maisinsel“
„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“
„Leviathan“

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Beste Nebendarstellerin:
Mary Elizabeth Innocence („Mediterranea“)
Suzu Hirose („Unsere kleine Schwester“)
Jelena Ljadowa („Leviathan“)
Yana Novikova („The Tribe“)
Daniel Kitsis („Dancing Arabs — Mein Herz tanzt“)

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Bester Nebendarsteller:
Oscar Isaac („Ex Machina“)
Michael Moshonov („Dancing Arabs — Mein Herz tanzt“)
Franz Rogowski („Victoria“)
Mark Ruffalo („Foxcatcher“)
Unknown („Manuscripts Don’t Burn“)

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Beste Hauptdarstellerin:
Laia Costa („Victoria“)
Jun Yoshinaga („Still The Water“)
Regina Casé („Der Sommer mit Mamã“)
Charlotte Rampling („45 Years“)
Aura Garrido („Stockholm“)

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Bester Hauptdarsteller:
Alexej Serebrjakow („Leviathan“)
Frederick Lau („Victoria“)
Grygoriy Fesenko („The Tribe“)
Tom Courtenay („45 Years“)
Leonid Yarmolnik („Hard To Be A God“)

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Beste Regie:
„Leviathan“
„The Tribe“
„Die Maisinsel“
„Manuscripts Don’t Burn“
„Victoria“

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Bester Film:
„Leviathan“
„Victoria“
„Mad Max — Fury Road“
„The Tribe“
„Ex Machina“
„45 Years“
„Manuscripts Don’t burn“
„The Look Of Silence“
„Stockholm“
„Ich seh, ich seh“

And the winner is:
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Für Nominierungen in Frage kamen:
„A Girl Walks Home Alone At Night“
„The Voices“
„Ich seh, ich seh“
„Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“
„Die Sprache des Herzens“
„Wild Tales — Jeder dreht mal durch!“
„Wir sind jung, wir sind stark“
„Whiplash“
„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“
„Leviathan“
„American Sniper“
„Inherent Vice“
„Von Menschen und Pferden“
„Als wir träumten“
„Das Mädchen Hirut“
„Der 8. Kontinent“
„Mad Max — Fury Road“
„A Most Violent Year“
„Dancing Arabs – Mein Herz Tanzt“
„Victoria“
„Das Zimmermädchen Lynn“
„The Tribe“
„Die Maisinsel“
„Still Alice — Mein Leben ohne Gestern“
„Fifty Shades Of Grey“
„Frau Müller muss weg“
„Chappie“
„Underdog – White God“
„Der Sohn der Anderen“
„Hard To Be A God“
„Ex Machina“
„Foxcatcher“
„Taxi Teheran“
„Eden“
„Selma“
„Bande de filles“
„Am Ende ein Fest“
„Manuscripts Don’t Burn“
„Der Sommer mit Mamã“
„45 Years“
„Der andere Sohn“
„Mord in Pacot“
„Das ewige Leben“
„In meinem Kopf ein Universum“
„Missverstanden — Incompresa“
„Carol“
„Unsere kleine Schwester“
„The Look Of Silence“
„Dämonen und Wunder — Dheepan“
„Mediterranea“
„Der Babadook“
„Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“
„Lost River“
„Love“
„Ewige Jugend“
„Stockholm“
„Body“
„Still The Water“
„The Duke Of Burgundy“
„Mia Madre“
„Amour Fou“
„Güeros“
„Men & Chicken“
„Get — Der Prozess der Viviane Amsalem“
„Jurassic World“
„Tokyo Tribe“
„Cartel Land“

Anzahl der Nominierungen:
Hard To Be A God„, 8 Nominierungen
Mad Max — Fury Road„, 8 Nominierungen
Leviathan„, 6 Nominierungen
Victoria„, 6 Nominierungen
Ex Machina„, 5 Nominierungen
The Tribe„, 5 Nominierungen
„45 Years“, 5 Nominierungen
Tokyo Tribe„, 5 Nominierungen
Manuscripts Don’t Burn„, 4 Nominierungen
The Duke Of Burgundy„, 4 Nominierungen
Stockholm„, 3 Nominierungen
Ich seh, ich seh„, 3 Nominierungen
Die Maisinsel„, 3 Nominierungen
Dancing Arabs – Mein Herz Tanzt„, 3 Nominierungen
„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“, 3 Nominierungen
Ewige Jugend„, 3 Nominierungen
Als wir träumten„, 2 Nominierungen
„The Look Of Silence“, 2 Nominierungen
„Unsere kleine Schwester“, 2 Nominierungen
Bande De Filles„, 2 Nominierungen
Still The Water„, 2 Nominierungen
„Eden“, 2 Nominierungen
„Der Sommer mit Mamã“, 1 Nominierung
„Foxcatcher“, 1 Nominierung
Mediterranea„, 1 Nominierung
„Lost River“, 1 Nominierung
„Amour Fou“, 1 Nominierung
„Inherent Vice“, 1 Nominierung
„Güeros“, 1 Nominierung
„Whiplash“, 1 Nominierung
„Cartel Land“, 1 Nominierung
Taxi Teheran„, 1 Nominierung
„Jurassic World“, 1 Nominierung

Anzahl der Siege:
„The Tribe“, 3 Siege
„Leviathan“, 2 Siege
„Victoria“, 2 Siege
„Manuscript’s Don’t Burn“, 2 Sieg
„Hard To Be A God“, 2 Siege
„Tokyo Tribe“, 2 Siege
„Ex Machina“, 1 Sieg
„Mad Max — Fury Road“, 1 Sieg
„Still the Water“, 1 Sieg
„The Duke Of Burgundy“, 1 Sieg
„45 Years“, 1 Sieg
„The Look Of Silence“, 1 Sieg

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