Murder in Pacot

Eine marode Villa als Narrativ-Zentrum und Haiti-Metapher.

Originaltitel: Meurtre à Pacot
Alternativitel: Mord in Haiti, Mord in Pacot
Produktionsland: Haiti, Frankreich, Norwegen
Veröffentlichungsjahr: 2014
Regie: Raoul Peck
Drehbuch: Raoul Peck, Lyonel Trouillot, Pascal Bonitzer
Produktion: Rémi Grellety, Raoul Peck
Kamera: Eric Guichard
Montage: Alexandra Strauss
Musik: Alexei Aigi
Darsteller: Joy Olasunmibo Ogunmakin (Ayo), Alex Descas, Thibault Vinçon, Lovely Kermonde Fifi, Zinedine Soualem
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 135 Minuten

Mord in Pacot spielt nach dem furchbaren Erdbeben am 12. Januar 2010: Haitis Häuser und Infrastruktur sind verwüstet und noch immer bergen Freiwillige weitere Leichen. Auch die Villa eines Ehepaares (Alex Descas und Joy Olasunmibo Ogunmakin) in Pacot, Port-au-Prince, hat schwere Schäden davongetragen. Wenn das Haus nicht sofort renoviert wird, bleibt den Besitzern nur noch der Abriss. Zur Finanzierung der von der Baukommission angeordneten Reparaturen entschließen die beiden sich also, ihre noch brauchbaren Zimmer an angereiste Katastrophenhelfer zu vermieten. Während sie selbst in der Dienstboten-Etage Unterschlupf finden, zieht der Franzose Alex (Thibault Vinçon) in ihr Zuhause. Mit ihm kommt die 17-jährige Andrémise (Lovely Kermonde Fifi), die sich durch den Kontakt zu Ausländern und ihre Namensänderung zu Jennifer eine bessere Zukunft erhofft.
Quelle: moviepilot.de

Kritik:

„Mord in Pacot“ – was nach einem Whodunit vor exotischer Kulisse klingt (Pacot ist das Reichenviertel der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince), ist vielmehr der dramaturgisch ambitionierte Versuch, ein detailliertes Gesellschaftsporträt der haitianischen Bevölkerung nach der Erdbebenkatastrophe 2010 zu zeichnen. Ein bürgerliches haitianisches Ehepaar (Alex Descas / Ayo), dessen Villa nach dem Erdbeben kaum bewohnbar und vom Einstürzen bedroht ist, kommt notgedrungen in Kontakt mit der 17-jährigen Prostituierten und Vertreterin der kreolischen Unterschicht Andrémise (Lovely Kermonde Fifi), da sie die Geliebte des zahlungsfähigen weißen Mieters Alex (Thibault Vinçon) ist. Regisseur Raoul Peck („Moloch Tropical“) entwickelt daraus ein etwas unrundes, aber sehenswertes Drama.

Die ganze Kritik gibt es auf filmstarts.de

68%

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