Hell

Gute Ansätze und viel viel von der Stange.

Originaltitel: Hell
Produktionsland: Deutschland, Schweiz
Veröffentlichungsjahr: 2011
Regie: Tim Fehlbaum
Drehbuch: Tim Fehlbaum, Oliver Kahl, Thomas Wöbke
Produktion: Thomas Wöbke, Gabriele M. Walther
Kamera: Markus Förderer
Montage: Andreas Menn
Musik: Lorenz Dangel
Darsteller: Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Lisa Vicari, Stipe Erceg, Angela Winkler
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: 89 Minuten

Hell – das bezeichnet nicht nur die Strahlkraft der Sonne, sondern auch die Welt, in der sich die Menschheit befindet, wenn es die Sonne zu gut meint. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Seit Jahren brennt die Sonne unerklärlich heiß auf die Erde nieder. Permanente Dürre hat das Land ausgetrocknet und Nahrung ist knapp geworden. Phillip (Lars Eidinger), seine Freundin Marie (Hannah Herzsprung) und ihre Schwester Leonie (Lisa Vicari) sind auf dem Weg in die Berge in der Hoffnung, dort Wasser zu finden. Sie sind jedoch nicht allein auf der Suche. Es beginnt ein Überlebenskampf in einer aussichtslos erscheinenden Welt.
Quelle: Moviepilot.de

Kritik:

Der Münchner Abschlussfilm „Hell“ wurde im Vorfeld als Hoffnungsträger des neuen deutschen Genrefilms bezeichnet. Leider ist der Hype nicht wirklich gerechtfertigt. „Hell“ erhebt den Anspruch Genre-Kino vom internationalen Format zu sein, interessiert sich aber zu 0.00% für die selbst angeschnittene Endzeitschiene und nutzt sie, zusammen mit dem titelgebenden Überblendeffekt als Stilmittel als bloßen Aufhänger um ein Schlag-auf-Schlag-Thrillerdrehbuch von der Stange abzuarbeiten.

Guter Beginn, Klischeehafter Verlauf

Der Anfang des Films gefällt mir noch ganz gut, weil er sich wirklich mit der eigenen Filmwelt auseinandersetzt: Vermummungen, Sonnenbrille, provisorische Schutzmäntel im Kampf gegen UV-Strahlung und Hitze, auf der Suche nach Wasser und Benzin. Hier kann der Film das Interesse des Zuschauers noch hochhalten. Dann zerstreitet sich die Gruppe von einfachen Figuren mit wenig Tiefgang, die sich aber auch nicht als völlige Stereotypen entpuppen. Was folgt ist ein Standardthriller mit Bösewichten, die üble Klischees …

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… bedienen und keinen Tiefgang, keine Ursache spendiert bekommen. Da Spannung auch nur durch höchst konventionelle Techniken erzeugt wird, ermüdet der Fortverlauf des Films und zieht sich selbst mit jeder Andeutung der Inhumanität der Antagonisten, weiter ins Lächerliche. Da passt es auch, dass die finale Fluchtszene kein spannendes Spiel mit der Kamera darstellt, sondern eine bloße Schlachtszene, die mit dem“Hell“igkeits-Effekt sich die Anteilnahme des Zuschauers erbetteln will. Da passt es auch, dass „Hell“ zu jenen Filmen gehört, die sich selbst mit einem eigenen Zitat zusammenfassen können:

Ich dachte du bist was Besonderes. Aber die Sonne wird dich verbrennen (…) Schade. Du bist nichts wert.

„Hell“ hat wenige gute Ansätze. Aus der UV-Postapokalypse hätte man viel mehr machen können — ja müssen. Die Schauspieler sind grundsolide, die Kreuzworträtselidee empfand ich als gelungen, viel mehr kann der junge schweizer Regisseur Tim Fehlbaum nicht aus seiner Idee machen.

44%

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