Grapes Of Wrath

Es gibt keine Fremdenfeindlichkeit, nur Feindlichkeit, weil es keine Fremden gibt.

Originaltitel: Grapes Of Wrath
Alternativtitel: Früchte des Zorns
Produktionsland: USA
Veröffentlichungsjahr: 1940
Regie: John Ford
Drehbuch: Nunnally Johnson
Produktion: Darryl F. Zanuck (Twentieth Century Fox)
Kamera: Gregg Toland
Montage: Robert L. Simpson
Musik: Alfred Newman
Darsteller: Henry Fonda, Jane Darwell, Russell Simpson, John Carradine, Charley Grapewin, Zeffie Tilbury, Frank Darien, Dorris Bowdon,Shirley Mills, John Qualen, Eddie Quillan, Roger Imhof, Grant Mitchell
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 128 Minuten

Dust Bowl, Oklahoma, während der dreißiger Jahre. Das ganze Land steckt in der Wirtschaftskrise. Auch die Farmerfamilie Joad bekommt die Folgen der Depression mit aller Härte zu spüren. Als sie in Dust Bowl kein Auskommen mehr haben, machen sie sich auf den beschwerlichen Weg nach Kalifornien, um dort eine neue, bessere Heimat zu finden.
Quelle: Moviepilot.de

Kritik:

Wenn es keine unterschiedlichen physiognomischen Eigenschaften gibt, keine unterschiedlichen Religionen oder Sprachen, dann findet man doch immer etwas, das eine Gruppe von Menschen zu Fremden macht. Die Okies, wie die aus Oklahama stammende Familie dieses Roadmovie-Pioniers genannt werden, sind ebenso Amerikaner wie die Menschen in Kalifornien, das Land, in das die Familie so hoffnungsvoll reist um Lebensraum und Arbeit zu finden. Der Dust Bowl hat ihnen ihr heimatliches Agrarland unwirtschaftlich gemacht, die Gier und der unbeugsame Glaube an ewige Prosperität brachte ihnen die Sandstürme und Missernten, der Dust Bowl steht wie wenig andere historische Begriffe für die Leiden des kleinen Mannes in der Zeit der Great Depression.

Arbeiterlager in den USA

In Kalifornien gibt es Obst, das auf grünen Bäumen wächst und es gibt Arbeit, dieses zu ernten. Doch die Arbeit wird strengstens von Polizei bewacht, ihr Umgang erinnert an Konzentrationslagerwächter, in ihrem Verhalten und ihrem Moralverständnis schwingt auch der „Fremden“hass mit, der sich schon früh ankündigt: „Das sind keine Menschen, wie kann man so leben?“ sagt ein kalifornischer Grenzbeamter schon früh im Film, zu diesem Zeitpunkt ist der Hass noch ein latenter.

Binnenflüchtlinge

„Früchte Des Zorns“ deckt eine erschreckende Zeit Amerikas auf, eine Zeit, in der Amerikaner wenige Jahre nach den goldenen 20ern nicht mehr satt werden, Kinder groß ziehen, die sanitäre Anlagen und fließendes Wasser nur aus Werbeprospekten kennen. Der Film ist aber auch über amerikanische Grenzen hinaus aktuell und relevant: Ein ähnliches Kapitel schrieb Deutschland vor wenigen Jahrzehnten mit den deutschen Flüchtlingen aus Russland, dem Sudetenland, Ostpreußen und Schlesien. In der Menschen, die zweifelloses Teil der selben Schicksalsgemeinschaft Deutschland waren, wie Fremde behandelt wurden.

Ein Jahr nach Erscheinen des Romans

Fords Film hat eine Menge Stärken aufzuweisen, die ihm zu Recht den Ruf eines Klassikers einbrachten. Der Film ist spannend inszeniert, spielt mit Ängsten des Zuschauers und profitiert von gut aufgelegten Schauspielern, die ihren Figuren Tiefe verleihen und den Zuschauer für das Schicksal ihrer Figuren zu sensibilisieren wissen. Gerade am Roadmovie-„Genre“ gemessen, fallen die Stärken dieses Klassikers auf. Der Zuschauer nimmt emotionalen Anteil an der Familie und somit auch an den getriezten Okies, die bereits ein Jahr nach Erscheinung der Pulitzerpreis-Gewinner-Literaturvorlage mit einer würdigen filmischen Umsetzung geehrt werden, die nur aufgrund der etwas prätentiös-schmalzigen Schluss-Dialoge an einer noch besseren Wertung vorbeischlittert.

78%

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