The Hobbit — An Unexpected Journey

Eine Fast-Food-Suppe für Fantasy-Jünger.

Originaltitel: The Hobbit — An Unexpected Journey
Alternativtitel: Der Hobbit — Eine unerwartete Reise
Produktionsland: Neuseeland, USA, Großbritannien
Veröffentlichungsjahr: 2012
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro
Produktion: Peter Jackson, Fran Walsh, Carolynne Cunningham
Kamera: Andrew Lesnie
Montage: Jabez Olssen
Musik: Howard Shore
Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Ken Stott, Graham McTavish, William Kircher
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 169 Minuten

Bilbo Beutlin (Martin Freeman) ist eigentlich ein ganz normaler Hobbit in Mittelerde und doch der Held von Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.
Sein ruhiges Leben wird unversehens zum Abenteuer, als der Zauberer Gandalf der Graue (Ian McKellen) den Hobbit auf eine unerwartete Reise schickt. Er soll den Zwergen dabei helfen, ihren Schatz aus den Klauen des Drachens Smaug auf dem Berg Erebor zurückzugewinnen. Unter dem Kommando des unerschrockenen Zwergenführers Thorin Eichenschild (Richard Armitage) begegnen dem jungen Hobbit auf seiner Reise zum Berg Erebor Goblins, Orks und vor allem auch Gollum (Andy Serkis). Gollum ist der Besitzer eines unscheinbaren goldenen Ringes, von dem jedoch eine seltsame Anziehungskraft ausgeht.
Quelle: Moviepilot.de

Kritik:

„Der Hobbit“ ist ein Abenteuerfilm. Ein selbsterklärter sogar. Aber wenn wir uns mal von der nostalgischen „Endlich wieder in Mittelerde“-Feeling lösen und uns darauf konzentrieren, was in dem Film passiert, kommen wir auch gänzlich spoilerfrei zu einer Storyline, die man, wenn man tatsächlich mal jemanden treffen sollte, der „Herr Der Ringe“ absolut nicht kennt, eigentlich gar nicht weitererzählen möchte: Ein Hobbit, Gandalf und ein Haufen von Zwergen wollen ihren Berg zurückerobern, werden aber von einem fiesen Schurken verfolgt. Auf ihrer Reise treffen sie im Minutentakt Gegner, die entweder getötet werden oder man wird im letzten Augenblick (aber wirklich im letzten!) von Gandalf, dem Zufall oder Riesenvögeln (?!) gerettet. Okay.

Keine Storywendungen

Was an dem Film stört, ist einfach: Der Film hat im Grunde null Storywendungen. Es gibt ein erklärtes Ziel. Und einen erklärten Endgegner. Die Zwischengegner werden früher oder später getötet, der Endgegner wird aber letztlich nicht besiegt und das Endziel nicht erreicht, nur damit Jackson das in den nächsten Teilen wieder in frecher Überlänge weitererzählen kann. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber es ist doch offensichtlich, dass man das Buch besser hätte umsetzen können. Allein schon, weil man keine emotionale Bindung zu den Zwergen, schon gar nicht zu dem arroganten Chef-Zwerg aufbauen kann und es trotzdem trieft und tropft, was Pathos und Kitsch angeht. Die Storywendungen sind vorhersehbar, der Humor brav und die Schlachtengetümmel solide Kost mit nett-durchchoreographierten Fights und soweiter … ach. Im Loben des Films tu ich mir schon schwer. Öh, Martin Freeman passte immerhin physiognomisch gut in seine Rolle und wirkte tatsächlich wie ein jüngerer Bilbo.

Und kein Charme

Jetzt kommen wir doch nochmal aufs Technische zu sprechen: In der Bluray-Fassung, die ich gesehen habe, ist von den 48 Frames nicht mehr so viel zu sehen, außer dass es gestochen scharf und irgendwie künstlich aussieht. Das Schlimmste sind aber die Animationen der Orks und Wargs. Die sind so dermaßen direkt dargestellt, so enttarnt-offensichtlich, dass der Schrecken des Betrachters nicht im Kopf stattfinden darf, sondern eine glatte Fratze sehen darf, die in zehn Jahren technisch schon wieder völlig überholt sein wird und auch einfach keinen Charme versprüht — wenn man das von Orks überhaupt sagen kann. Aber da wären wir auch bei der größten Schwäche des Films, die sich in all seinen Teilschwächen wiederspiegelt: Es existiert kein Charme. Abenteuerfilme brauchen vielleicht keine Weltklassestory, aber zumindest sollte man mit den Figuren mitfiebern können. Der Film riecht nach Kommerz und Ausbeute von Fantasy-Jüngern, die hier eine uncouragierte Fast-Food-Suppe eingeschenkt bekommen, die es möglichst jedem rechtmachen will.

32%

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