A Room For Romeo Brass

Zwischen Härte und Herzlichkeit: Britisches Coming-of-Age-Kino.

Originaltitel: A Room For Romeo Brass
Produktionsland: Großbritannien
Veröffentlichungsjahr: 1999
Regie: Shane Meadows
Drehbuch: Shane Meadows
Produktion: George Faber
Kamera: Ashley Rowe
Montage: Paul Tothill
Musik: Nick Hemming
Darsteller: Andrew Shim, Ben Marshall, Paddy Considine, Vicky McClure, Ladene Hall, Frank Harper, Julia Ford, James Higgins, Bob Hoskins
Altersfreigabe: FSK /
Laufzeit: 90 Minuten

Romeo and Gavin are best friends who live pretty average 12 year-old lives — until Morrell moves into their Midlands estate neighborhood. When the eccentric Morrell develops a romantic obsession with Romeo’s older sister, his friendship with the boys takes on a rather sinister edge.
Quelle: Rottentomatoes.com

Kritik:

Shane Meadows‘ Filme beschäftigen sich oft mit dem Erwachsenwerden und erreichen eine ehrliche Authentizität, ein Gefühl, verstanden zu werden. Meadows arbeitet sehr viel mit autobiografischen Inhalten und bereitet diese mit einem perfekt aufeinander abgestimmten Cast und stimmigen, melancholischen Soundtracks auf. Nicht ohne Grund gehört „This Is England“ zu den wichtigsten Filmen meiner Jugend. „A Room For Romeo Brass“ ist Meadows‘ zweiter Film und nimmt schon viele typische Meadows-Momente vorweg. Vor allem sind Andrew Shim und Vicky McClure in ihren ersten Rollen zu sehen, bekannte Gesichter aus „This Is England“.

Der unberechenbare Ältere

„A Room For Romeo Brass“ thematisiert eine Freundschaft zweier Jungs, Romeo und Gavin, am Anfang ihrer Pubertät mit einem deutlich älteren Jungen, einem jungen Erwachsenen: Morrell. Nur ist Morrell ein wirklich undurchschaubarer, psychisch-labiler Typ. Ein wirklich merkwürdiger, soziopathisch veranlagter Außenseiter, der wahrscheinlich gar keine Freunde in seinem Alter hat. Diese vom jungen Paddy Considine sehr großartig gespielte Rolle macht den Reiz des Films aus. Wie auch ein Combo in „This Is England“ ist diese Figur völlig unberechenbar. Im einen Moment ist er noch ein merkwürdiger Vogel, der nur nach Zuneigung sucht, im anderen Moment verhält er sich eiskalt und gewaltbereit.

Härte und Herzlichkeit

Sehr komplex wird die Geschichte nicht und sie wird im Endeffekt auch relativ unspektakulär aufgelöst, stark bleiben aber die authentischen Darbietungen des Casts von bekannteren englischen Schauspielern wie Paddy Considine oder Frank Harper bis zu den jungen Nachwuchsdarstellern. Shane Meadows schafft es, seine jugendlichen Erfahrungen in diesem trostlosen nordenglischen Nottingham greifbar zu machen. Dramaturgisch ist das nie ganz befriedigend, aber die Reize des Films machen eine ehrliche Atmosphäre und die klare Handschrift des Regisseurs aus. „A Room For Romeo Brass“ oszilliert ständig zwischen Härte und Herzlichkeit. So richtig lustig wird der als Komödie deklarierte Film aber nie.

Nur für Eingeweihte

Der Film ist nur als UK-DVD verfügbar und emthält keine Untertitel. Auch im Internet gibt’s keine. Deswegen sind gute Britisch-Hörkenntnisse von Nöten, um jeden Dialog verstehen zu können, aber auch ohne jedes Wort zu verstehen, kann man nachvollziehen, was Meadows mit seinem Film ausdrücken will.

Shane Meadows zweite Regie-Arbeit ist bei weitem kein schlechter Film, aber wohl eher nur für Shane-Meadows-Werkschau-Interessierte zu empfehlen.

5/10

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