A Hard Day

Ein harter Tag, ein guter Film für zwischendurch.

Originaltitel: 무덤까지 간다 (Moo-deom-kka-ji gan-da)
Produktionsland: Südkorea
Veröffentlichungsjahr: 2013
Regie: Seong-hoon Kim
Drehbuch: Seong-hoon Kim
Produktion: Billy Acumen, Ji-Hyun Cha, Dong-Yoon Lee, Jeong-hun You
Kamera: Tae-Sung Kim
Montage: Changju Kim
Musik: Young-Jin Mok
Darsteller: Lee Sun-kyun, Cho Jin-woong, Shin Jung-geun, Jung Man-sik, Shin Dong-mi, Kim Dong-young, Joo Seok-tae, Heo Jung-eun, Park Bo-gum u.A.
Altersfreigabe: FSK /
Laufzeit: 111 Minuten

A Hard Day ist ein Thriller von Seong-hoon Kim. Einen Moment ist der Protagonist dieses koreanischen Films unaufmerksam und schon ist es passiert: Er hat jemanden überfahren. Nach dem Unfall muss er sich der erschütternden Realität stellen.
Quelle: Moviepilot.de/em>

Kritik:

Auch wenn Namen wie Bong Joon-Ho, Park Chan-Wook, Kim Jee-Woon usw. für europäische Sprachgewohnheiten schwierig zu merken sein mögen, ist Südkorea zurzeit eines der interessantesten Genre-Kino-Nationen des Globus. In diesen koreanophilen Filmtrend, den Hollywood mitunter mit Remake-Versuchen („A Tale Of Two Sisters“, „Oldboy“) begegnen versucht, tritt mit Seong-Hoon Kim ein weiterer interessanter Regisseur auf, der mit „A Hard Day“ ein kleines Ausrufezeichen setzt, das ebenso Potenzial hat, von Hollywood-Autoren kopiert zu werden. „A Hard Day“ ist zwar alles andere als ein Meisterwerk, aber ein runder und brauchbarer Genrefilm zwischen Thriller, Komödie und Krimi mit hitchcockschem Suspense.

Materielle Echtheit

Ganz sukzessive entwickelt sich „A Hard Day“ von einer schwarzen Situationskomödie zu einem waschechten Kriminalthriller, wo jeder Twist und jede schweißtreibende Actionszene mit präzisem Timing eingesetzt wird. Eine wichtiges Moment, das zum Gelingen des Films beiträgt, ist sein an Genre-Relationen gemessen starker Realismusbezug. Explosionen sind hier noch richtig handgemachtes Feuerwerk, genauso physisch und echt fühlen sich auch die Pistolenduelle an, und eine Szene, in der ein Auto in Schrott verwandelt wird, überzeugt neben ihrer Unvorhersehbarkeit auch durch seine materielle Echtheit. Ja, im CGI-Kino-Zeitalter traut „A Hard Day“ auf sehnlichst vermisste Handarbeit zu setzen. Man kann beileibe von keiner Neuerfindung des Rades sprechen, aber für Fans von oldschooligem Spannungskino gehört der Film oder zumindest sein Regisseur Seong-Hoon Kim auf eine Vormerksliste.

Vollständiger Genre-Wechsel

Ein bisschen schade ist, dass der Übergang zwischen Komödie und Thriller zwar fließend verläuft, aber das eine Genre eben auch beinahe vollständig ins andere verkehrt. Die Auflockerung durch schwarzen Humor kommt in der zweiten Hälfte des Films deutlich zu kurz, wodurch die stärkste Szene des Films, die situationskomische Leichenentsorgung bleibt. Die Schlusssequenz des Films, das große finale Duell, wirft nicht nur seinen Realismus über Bord, der im Rest des Films zuvor mit einer gewissen Vehemenz hochgehalten wurde, sondern kommt auch allgemein ein wenig enttäuschend und uninspiriert daher.

Action-Flash für zwischendurch

Das Problem, das „A Hard Day“ hat, ist, dass sein Drehbuch zwar keine seelenlose Stangenproduktion darstellt, aber auch viel zu wenig Momente mit Belang generiert. Etwas das bleibt. Sei es ein interessanter, ambivalenter Protagonist, ein Antagonist mit denselben Eigenschaften oder eine Geschichte, die sich um einen aufregenden Sachverhalt dreht. „A Hard Day“ spult eine Geschichte über korrupten gegen pflichtbewussten Cop ab, setzt auf einen Familienvater gegen einen gewissenslosen Asshole-Charakter, und auch wenn einige Oneliner wirklich ins Schwarze treffen, ist am Ende zu wenig übrig geblieben. Ein toller Action-Flash für Zwischendurch und mehr nicht. Aber hey, made in Korea.

67%

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